Zwischen Kunst, Gewerbe und Gesundheit: Arbeit am Kiez

Juli 14, 2011 | Kommentare deaktiviert für Zwischen Kunst, Gewerbe und Gesundheit: Arbeit am Kiez

Gestern bei ExRotaprint zu Gast und heute beim Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Mitte. Zwei ungleiche Besuche und dennoch teilen sie das Streiten für den Wedding.

Ortstermin Gottschedstraße. Gebäude zwischen Kunst und dem Flair des Ruhrgebietes. Ein eindrucksvolles Portal und hinein mit mir. Daniela Brahm und Les Schliesser, KünstlerInnen und Mitglieder des Planungsteam der gemeinnützigen GmbH ExRotaprint, begrüßen mich. Wir kommen schnell zum Punkt: Bei ExRotaprint steht nicht der Profit im Vordergrund. Vielmehr liege Ihnen die Mischung von Kunst, Gewerbe und Sozialprojekten am Herzen. Und natürlich das Denkmal namens Rotaprint. Das Interessante: Mieten fließen nicht auf das Bankkonto der GesellschafterInnen, sondern in die Sanierung der Gebäude. Eine energetische Modernisierung ist inklusive. Spätestens bei dieser Information hüpft die grüne Seele.

Die Mischung aus Kunst, Arbeit und Sozialem bringt natürlich auch Konflikte mit sich und verlangt viel vermittelnde Kommunikation zwischen unterschiedlichen Interessen. Schließlich sind hier Bauschlosser ebenso ansässig wie ein Projekt zur Ausbildung von Jugendlichen mit Polizeiakte. Konflikte? Das glaube ich sofort.
ExRotaprint wirkt wie eine Hommage an den Wedding und sein ArbeiterInnenimage. Ich bin beeindruckt. Und damit scheine ich wohl nicht alleine zu sein. Die Räume sind alle vermietet. Wir schütteln uns die Hände und sind uns sicher, wir sehen uns bald wieder.

Szeneriewechsel: Dr. Brockstedt, ärztlicher Leiter vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, öffnet uns seine Tür und gibt Einblick in sein Wirken und die Hürden im Alltag. Seine Geschichte ist auch eine voller Arbeit und Engagement. Ob bei vernachlässigten oder misshandelten Kindern, bei Kindern ohne Versicherung oder bei Übergewicht, der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Mitte ist ganz schön aktiv. Sie haben ein Netzwerk gesponnen aus Jugendamt, aus freien Trägern und den Familienhebammen und das scheint sie erfolgreich zu machen. Das Ziel? Kindern zu helfen, deren Eltern nicht immer die beste Entscheidung treffen. Man merkt Herrn Dr. Brockstedt die Leidenschaft für seinen Beruf an. Nur bei der Kosten-Leistungs-Rechnung, die die Bezirke knebelt, da hört die Begeisterung auf. Recht hat er!

Und zu guter letzt ein Hinweis für die diesjährige Spendenquittung: Für die Impfungen von Kindern ohne Versicherungen fehlen dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst rund 20.000 EUR. Spenden sind gern gesehen, um die Kinder ab September nicht im Regen stehen zu lassen. Denn Diphterie, Tetanus oder Röteln kommen gern wieder, weiß Herr Dr. Brockstedt. Doch auf zu guten Nachrichten: er versichert uns, dass Spenden zu 100% in Impfstoffe fließen. Na, wenn sich das nicht lohnt!


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