Wir in Öko & fair.

Oktober 10, 2016 | Kommentare deaktiviert für Wir in Öko & fair.

Für ökologisch nachhaltiges und faires Wirtschaften werbend, habe ich mir natürlich ausgiebig Gedanken gemacht, wie mein externes Abgeordnetenbüro – das Grüne Kiezbüro – aussehen soll. Fair soll es zugehen und bitte mit geringem ökologischen Fußabdruck, so viel stand vorab fest.

img_20161010_105053Also habe ich für das Grüne Kiezbüro den CO2-Fußabdruck errechnet und dafür den Rechner von myclimate genutzt. Der CO2-Fußabdruck (carbon footprint) enthält die Menge an CO2-Emissionen, die das Grüne Kiezbüro verursacht. Der Rechner berücksichtigt leider keine Büroanschaffungen. Nichtsdestotrotz gibt er einen guten Einblick, wie umweltfreundlich wir handeln. Verbraucht haben wir 2,0t CO2 für den Zeitraum von April bis Oktober 2016. Erstaunlich viel, fand ich, und habe dies gleich mal kompensiert – wohl wissend, dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Ethischer Anspruch und Praxis

Um unsere Anschaffungen, die Heiz- und Stromkosten für den kurzen Zeitraum der Nutzung (6 Monate) so gering wie möglich zu halten, habe ich kein eigenes Büro eröffnet. Vielmehr haben wir ein Büro im Co-Working-Space „Das Arbeitszimmer“ angemietet. Der Vorteil: Küche samt Zubehör, Drucker und Toner nutzen wir gemeinsam.

Außerdem haben wir vieles, wenn nicht fast alles, gebraucht gekauft, gemietet oder geteilt. Tische, Stühle, ein Whiteboard und eine Lampe haben wir mit (an-)gemietet. Lediglich ein Möbelstück haben wir neu erstanden. Ein Regal, zwei Laptops sowie weite Teile des IT-Zubehör wurden gebraucht angeschafft, um den Ressourcenverbauch so gering wie möglich zu halten. Wert gelegt habe ich außerdem auf umweltfreundliche Büromaterialien aus Holz – angefangen beim Organizer von Werkhaus, über Tacker und  Tesaroller der Steinhöringer Werkstätten, bis zu Briefumschlägen von Direkt Recycling. Und zu guter letzt: wir haben digital gearbeitet und kaum gedruckt. Den Strom dafür erhalten wir von Lichtblick, also Wasserkraft aus Deutschland. PS Sowohl ich als auch meine beiden Mitarbeiter*innen nutzen das Rad und den ÖPNV, um zur Arbeit zu kommen.

Und fair?

Wir sind zu Dritt im Grünen Kiezbüro, mit flachen Hierarchien und viel Mitsprachemöglichkeiten. Dabei ist die Büroleiterin weiblich und die Hälfte hat eine Migrationsbiografie. Ich bemühe mich um eine Kultur des Feedbacks und bin eine familien- und ehrenamtsfreundliche Arbeitgeberin. Überstunden entstehen immer mal wieder, werden aber abgebummelt. Bezahlt wird nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes und die Gehälter liegen mit mindestens 6 EUR MEHR pro Stunde deutlich über dem Mindestlohn (bezogen auf das Bruttogehalt pro Stunde). Und ich habe in (gebrauchte) IT meiner Mitarbeiter*innen investiert, um sicherzustellen, dass alle gut arbeiten können. Geholfen bei der Umsetzung eines ökologisch nachhaltigen und fairen Büros haben die Anregungen der Gemeinwohl-Ökonomie.

PS Die Karte entstammt der Initiative Fossil Free Berlin und wurde von mir abfotografiert.


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