Effekte einer Stippvisite.

September 13, 2016 | Kommentare deaktiviert für Effekte einer Stippvisite.

Kaum drinnen in den heiligen Hallen, da dachte ich mir, ich frage mal nach. Wie sieht denn die Gleichstellung in allen Ebenen der Berliner Polizei aktuell aus? Und welche Karrierechancen haben dort Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte?

Bin isch Polizei? Sind wir Polizei?

Das Gute: der Frauenanteil steigt an. Wohl aber nicht unter den Spitzenbeamt*innen (Besoldungsgruppen B2-B7).
Doch – kurios, kurios! – die Beurteilungspraxis schaut sich der Senat nicht näher an, obwohl die Beurteilungsnoten ein erheblicher Faktor sind auf dem Weg zur Beförderung und damit zur Gleichstellung.
Eine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion hat gezeigt, dass im gehobenen und höheren Dienst die Herren deutlich häufiger die beiden Bestnoten bekommen haben – und zwar durchschnittlich 8 Mal häufiger! Je nach Behörde und Besoldungsgruppen, werden die Jungs 14 Mal häufiger mit den beiden Bestnoten beurteilt. Zeit, mal nachzuschauen, warum wer welche Noten bekommt!

Migrationsbiografien und die Berliner Polizei?

Die Antwort des Senates: es wird sich bemüht, sie anzusprechen. Was nach der Einstellung folgt, bleibt eine black box. Das heißt, ob Menschen mit ausländischen Wurzeln in alle Besoldungsstufen durchdringen, weeß keener. Ob es Hemmnisse oder gar Diskriminierung gibt? Keine Antwort möglich. Autsch!

Verwundert hat mich, warum in der Antwort der Senatsverwaltung für Inneres und Sport auf Behinderte Bezug genommen wird. Hmm. Vielleicht ein Zeichen für das enge Verhältnis der CDU zum Thema Diversität?

Und der Wedding?

Da der Senat plant, die denkmalgeschützten Gerichtshöfe in hochpreisige studentische Wohnungen umzugestalten, habe ich natürlich nachgefragt, wie der Senat mit den aktuellen Mieter*innen, also Weddinger Unternehmen und Künstler*innen, umgeht. Einige Unternehmen wandern mitsamt Arbeitsplätzen und Wertschöpfung bereits ins Berliner Umland ab.

Schwer scheint es der SPD mal wieder zu fallen, nicht nur Interessen einer Gruppe, sondern die Aller bei der Planung zu berücksichtigen. „Der Senat geht davon aus, dass für alle Mieterinnen und Mieter in Einzelgesprächen individuelle Lösungen gefunden werden.“ Davon auszugehen ist nicht genug, liebe SPD!

Spannend ist auch, dass die SPD meint, mit dem aufwendigen Umbau von denkmalgeschützten Gewerbehöfen – aus Stahlbetonnbau, ohne Schallschutz und wenigen Wasser- und Stromanschlüssen pro Etage – den Mangel an günstigem Wohnraum in der Innnenstadt zu lösen. Tss! Geschätzte 13-15 EUR pro Quadratmeter ist nicht günstig!

Zum Glück wird am 18. September 2016 gewählt und wir haben die Wahl!
Es wird allerhöchste Zeit,
öffentliche Wohnungsgesellschaften sowie Genossenschaften zu stärken und die Mietbremse nachzubessern, damit Wohnen kein Luxus wird.

Weil wir lebendige Kieze erhalten wollen, müssen auch kleinere Unternehmen, Kitas und soziale Einrichtungen Platz haben in unserer Stadt. Dafür braucht es einen Gewerbemietspiegel und eine Gewerbemietpreisbremse.

Wer findet, dass Berlin mehr als Ankündigungen und Aussitzen vertragen kann (Stichwort LaGeSo, BER, Schulsanierungen und -nebau, die Personalstruktur in den Bezirken, Radwege und und und) dem lege ich die Grünen ans Herzen. Auch, weil SPD wählen heißen kann, dass Berlin wieder 5 Jahre lang rot-schwarz regiert wird. Wer öko und fair will: Grün wählen!


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