Ausfahrt Wedding

Juni 25, 2011 | Kommentare deaktiviert für Ausfahrt Wedding

Gut 80 Bürgerinnen und Bürger hat es in die Aula der Volkshochschule Wedding verschlagen. Sie wohnen im Wedding, sie kommen aus dem Wedding, sind oft ehrenamtlich aktiv oder gar politisch. Ihr Herz schlägt für den Wedding. Das ist klar. Doch sie kommen mit Sorgen. Sorgen über KiTa-Plätze, Spielhallen und die geringe wirtschaftliche Entwicklung.

In vier Workshops werden fleißig Strategien für den Wedding diskutiert. Quintessenz? Ob bezahlbare Miete, zentrale Lage oder den Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel – der Wedding hat’s! Yes, Wedding can, lautet der Tenor. Und dennoch warten alle seit Jahren auf den wirtschaftlichen Aufschwung und die Veränderung im Kiez.

Vom ausbleibenden wirtschaftlichen Aufschwung wird geredet. Das klingt harmloser als es ist, denn die fehlende wirtschaftliche Entwicklung nach oben zieht leider sehr traurige Zahlen mit sich: über 45% der Bürger und Bürgerinnen im Gesundbrunnen beziehen Hartz IV. Die Kinderarmut ist im Wedding mit 68% fast doppelt so hoch wie in ganz Berlin. Und gut 23% aller Jugendlichen verlassen die Schule ohne Abschluss. Das sind harte Zahlen und wahrlich keine Erfolgsbilanz bisheriger Politik.

Dabei gibt es viele und gute Initiativen, wie die Kiezmütter, Gutes Wedding, schlechtes Wedding und die Nachbarschaftsetage in der Fabrik Osloer Straße. Was tun? Von den Bildungsinteressierten bis zur Wirtschaftsgruppe, alle sind sich einig: Die Initiativen brauchen Werbung und dauerhafte, verlässliche Gelder und Aufträge. Und viele vor Ort fordern eine Imagekampagne für den Wedding. Denn nur bei einem Positivimage nutzen Gewerbetreibende, Kreative und Wohnungssuchende die Vorteile des Weddings und machen tatsächlich rüber. Und zu guter letzt muss sich im Wedding etwas tun. Mehr Arbeitsplätze statt Spielhallen. Weniger Müll auf den Straßen und eine soziale Durchmischung. Denn ein Image zu schaffen, ohne dass sich der Kiez verändert, wirkt schwierig und kaum machbar.

Bei den Spielhallen werden wir vertröstet vom Bezirksbürgermeister. Ein neues Gesetz dazu soll es erst nach der Wahl geben. Und welche Mittel genutzt werden, um aus dem Gesetz Wirklichkeit werden zu lassen – Stichwort Kontrolle – weiß er auch noch nicht. Schade. Der Wedding wartet.


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